Bug- und Heckstrahlruder sind leistungsstark, robust und wartungsarm konstruiert, arbeiten jedoch unter anspruchsvollen Bedingungen. Regelmäßige Inspektionen und grundlegende Wartung helfen, unerwartete Ausfälle zu vermeiden, die volle Schubleistung zu erhalten und die Lebensdauer des Systems zu verlängern. Dieser Artikel erklärt, wie Sie VETUS DC-Strahlruder durch praktische, vorbeugende Maßnahmen zuverlässig in Betrieb halten.
Bugstrahlruder werden oft nur für kurze Zeit beim Manövrieren eingesetzt, weshalb man leicht annehmen könnte, dass sie nicht viel Aufmerksamkeit benötigen. In der Praxis ist jedoch genau das der Grund, warum die Wartung so wichtig ist. Bugstrahlrudersysteme kombinieren hohe elektrische Lasten, bewegliche mechanische Teile und Unterwasserkomponenten, die alle in einer maritimen Umgebung betrieben werden, in der Feuchtigkeit, (Salz) und Vibrationen ständige Faktoren sind. Im Laufe der Zeit können elektrische Verbindungen korrodieren, Batterien an Kapazität verlieren, Motorkohlen verschleißen und Opferanoden verbraucht werden. Diese Probleme entwickeln sich in der Regel schleichend und bleiben unbemerkt, bis das Bugstrahlruder plötzlich weniger Leistung liefert oder ganz ausfällt. Eine regelmäßige Wartung hilft, kleine Probleme frühzeitig zu erkennen und stellt sicher, dass das Bugstrahlruder einsatzbereit ist, wenn es am dringendsten benötigt wird.
Bevor Arbeiten an einem Bugstrahlrudersystem durchgeführt werden, muss die elektrische Sicherheit oberste Priorität haben. Bugstrahlruder sind an Hochstrombatterien angeschlossen, die extrem hohe Leistungen liefern können. Bleiben die Kabel während der Inspektion oder Wartung angeschlossen, besteht die reelle Gefahr von Kurzschlüssen, versehentlicher Aktivierung oder Verletzungen. Aus diesem Grund sollten die Batterien des Bugstrahlruders vor Beginn der Wartungsarbeiten immer vollständig abgeklemmt werden. Dieser einfache Schritt schützt sowohl den Techniker als auch die Ausrüstung.
Zuverlässige elektrische Verbindungen sind für die einwandfreie Leistung des Bugstrahlruders unerlässlich. Durch Feuchtigkeit, salzhaltige Luft und Vibrationen können Klemmen, Magnetspulen und Kabelverbindungen mit der Zeit korrodieren oder sich lockern. Selbst geringfügige Korrosion erhöht den elektrischen Widerstand, was beim Betrieb des Bugstrahlruders zu Spannungsverlusten und Hitzestau führt. Dies reduziert nicht nur die Schubkraft, sondern beschleunigt auch den Verschleiß der elektrischen Komponenten.
Eine regelmäßige Inspektion aller elektrischen Verbindungen zwischen Batterie, Magnetspulen und Bugstrahlrudermotor hilft, diese Probleme zu vermeiden. Die Kontakte sollten sorgfältig gereinigt und mit einem Korrosionsschutzmittel geschützt werden, das mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen wird. Sprays sollten vermieden werden, da Flüssigkeiten in elektrische Komponenten eindringen und die Kontaktflächen oder Magnetspulen beeinträchtigen können.
Bugstrahlruder stellen eine sehr hohe Anforderung an das elektrische System dar und sind auf Batterien angewiesen, die sofort große Ströme liefern können. Wenn eine Batterie nicht ausreichend geladen, veraltet oder falsch dimensioniert ist, fällt die Spannung beim Aktivieren des Bugstrahlruders stark ab. Dieser Spannungsabfall reduziert die Schubkraft und belastet Magnetspulen und Kabel zusätzlich, was das Risiko einer Überhitzung oder eines Ausfalls erhöht.
Die Überprüfung der Batteriespannung unter Last alle paar Monate liefert wertvolle Einblicke in den Zustand des Systems. Bei einem 12-Volt-System sollte die Spannung bei laufendem Bugstrahlruder nahe dem Nennwert bleiben. Ein deutlicher Abfall deutet auf schwache Batterien, eine unzureichende Kabeldimensionierung oder schlechte Verbindungen hin. Batterien, die den erforderlichen Strom nicht mehr liefern können, sollten ausgetauscht werden, und alle Kabel und Sicherungen müssen den Spezifikationen für die Installation des Bugstrahlruders entsprechen.
Selbst korrekt installierte Bugstrahlrudersysteme erfordern eine regelmäßige Überprüfung aller mechanischen und elektrischen Befestigungselemente. Vibrationen vom Motor, Rumpfbewegungen und Temperaturschwankungen können dazu führen, dass sich Muttern, Schrauben und Klemmen allmählich lockern. Lockere Verbindungen erhöhen den Widerstand und können ohne sichtbare Anzeichen zu Überhitzung führen.
Nach der Installation sollten die Stromkreisverbindungen kurz nach der Inbetriebnahme und erneut nach einigen Wochen Gebrauch überprüft werden. Im Regelbetrieb wird alle drei Monate eine visuelle und mechanische Inspektion empfohlen, wobei die Batterien immer abgeklemmt sein müssen. Einmal im Jahr ist es eine gute Praxis, jede Verbindung im gesamten Stromkreis, von der Batterie bis zum Bugstrahlrudermotor, zu lockern, zu reinigen und wieder festzuziehen. Dies gewährleistet einen konstanten elektrischen Kontakt und langfristige Zuverlässigkeit.
Im Inneren des Bugstrahlrudermotors stellen Kohlebürsten den elektrischen Kontakt zum Kommutator her. Diese Bürsten verschleißen auf natürliche Weise im normalen Betrieb. Wenn die Bürsten zu kurz werden oder sich in ihren Führungen nicht frei bewegen können, wird der Kontakt zum Kommutator unzuverlässig. Dies kann zu verminderter Leistung, intermittierendem Betrieb oder einem Ausfall in eine Richtung führen.
Mindestens einmal im Jahr sollten die Motorkohlen inspiziert werden. Jede Bürste sollte sich unter Federdruck leichtgängig bewegen und vollen Kontakt mit dem Kommutator haben. Verschlissene Bürsten sollten immer als kompletter Satz ausgetauscht werden, um eine gleichmäßige Leistung zu gewährleisten. Die Bürstenführungen sollten sauber und frei von Verformungen sein, damit sich die Bürsten ohne Einschränkung bewegen können.
Unterwasserkomponenten von Bugstrahlrudern sind ständig galvanischer Korrosion ausgesetzt, die durch elektrische Fehlerströme im Wasser verursacht wird. Ohne ausreichenden Schutz können Metallteile wie das Heckstück und die Propellerwelle mit der Zeit beschädigt werden.
Opferanoden aus Zink sind so konzipiert, dass sie anstelle dieser kritischen Komponenten korrodieren. Die am Heckstück des Bugstrahlruders angebrachte Anode sollte regelmäßig inspiziert und mindestens einmal im Jahr oder früher, wenn sie mehr als zur Hälfte verbraucht ist, ausgetauscht werden. Gleichzeitig sollten auch andere Unterwasseranoden am Schiff überprüft werden, um sicherzustellen, dass das gesamte System vor Korrosion geschützt bleibt.
Dieser Artikel wurde validiert von: Herr de Blieck, Ingenieur für Schiffssysteme bei VETUS
Herr de Blieck ist Ingenieur für Schiffssysteme bei VETUS und verfügt über umfassende Erfahrung mit elektrischen Bugstrahlrudersystemen. Gemeinsam mit dem multidisziplinären F&E-Team von VETUS trägt er zur Entwicklung von technisch präzisen und praxisnahen Anleitungen bei, die auf die realen Betriebsbedingungen auf See abgestimmt sind. Die enge Zusammenarbeit zwischen Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen gewährleistet die Zuverlässigkeit und Qualität der VETUS-Dokumentation.
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